Gustav Hellberg (SE)
Interaktive Lichtinstallation | 2007

Dieses Kunstprojekt im öffentlichen Raum basiert auf dem Prinzip sozialer und technischer Interaktivität und thematisiert mögliche Zustände in unserer Gesellschaft. Aktivität hat das Ausschalten von Licht zur Folge. Auf poetische Weise schafft Zone – out of vision eine ungewöhnliche Situation, in der die Normalität widerlegt wird.

Lampen, die mit einfachen Bewegungsmeldern ausgestattet sind, sind in Reihe installiert und beleuchten einen Bürgersteig. Wenn jemand sich in den Bereich hineinbewegt, der von einer der Lampen beschienen bzw. von einem Bewegungsmelder überwacht wird, geht das Licht aus. Gibt es keine Bewegung in einem der Lichtareale, bleibt das Licht die ganze Zeit an. Betritt jemand ein Lichtfeld und bewegt sich danach nicht mehr in ihm, geht das Licht wieder an. Ein Passant, der durch den Lichtkanal geht, wird erleben, dass der Bewegung Dunkelheit folgt und dass kein Licht scheint, wo er sich bewegt, während andere Lampen außerhalb seiner Zone noch brennen.

Für den externen Betrachter scheinen die Lampen auf den ersten Blick unkontrolliert an und aus zu gehen. Bei längerer Beobachtung wird er bemerken, wie Bewegung und Bewegungslosigkeit das Licht steuern. Bewegung, Aktivität und Nicht-Aktivität von Mensch und Raum wird in verstärktem Maße visuell erlebbar.

Zone – out of vision basiert auf klaren Regeln und unterliegt einem strengen Überwachungssystem, welche keinen Raum für Kompromisse lassen. Das System nimmt keine Rücksicht auf zum Beispiel den sozialen Status einer Person und fängt uns in einer hoffnungslosen Catch-22-Situation, die man nicht beeinflussen kann. Durch dieses metaphorische Spiel simuliert Zone – out of vision eine Situation, die viele Menschen in freien und privilegierten Gesellschaften nicht kennen; für andere in weniger freien Gesellschaften ist Verweigerung einer aktiven, freien Existenz jedoch eine fast alltägliche Situation.

Ort
Brunnenstraße 48-50 / Ecke Bernauer Straße

Zeit
Die Installation ist mit Beginn der Dämmerung bis in die Nachtstunden aktiviert.
Gustav Hellberg wird im Rahmen eines Artist Talks Zone – out of vision und andere seiner Arbeiten am 19. April, 19 Uhr, in der uib zentrale vorstellen (in englisch).

Foto: Daniela Friebel

Gustav Hellberg (SE)
Gustav Hellberg wurde 1967 in Stockholm geboren. Er hat einen Abschluss als Master of Fine Arts vom Royal University College, Stockholm. Als Erasmus-Student war er 1995 an der Hochschule der Künste Berlin.
Der Fokus von Hellbergs künstlerischer Praxis liegt auf dem öffentlichen Raum, wo er nach Möglichkeiten der Interaktion zwischen Menschen, der Kunst und dem Raum sucht. Das Projekt Blinka Malmö stadsbibliotek erregte viel Aufmerksamkeit; Hellberg ließ die Lampen im Inneren der Malmöer Bibliothek außerhalb der Öffnungszeiten im Rhythmus an- und ausgehen. Andere große Interventionen in den öffentlichen Raum waren One Solution im Rahmen der Momentum 4, Pulsing Path – ambiguous vision in der Ausstellung Abierto in Madrid, Guide in Umedalen Skulptur und Zone – out of vision in der Ausstellung Article in Stavanger, Norwegen.

Foto: Daniela Friebel

Hosts
Ekkehard Wiedemann, Jörg und Thomas Gommert

Mit Dank an die Schwedische Botschaft.

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