urban interface | berlin

urban interface

urban interface ist zugleich Ausstellung und Untersuchungsprojekt an der Schnittstelle von öffentlichem und privatem Raum. 2007 findet urban interface in zwei europäischen Städten, Berlin und Oslo, statt.

Das Projekt beleuchtet den unaufhaltsamen Wandel von öffentlichem und privatem Raum, von Öffentlichkeit und Privatheit, der sich auch durch den alltäglichen Gebrauch neuer Technologien vollzieht. Die künstlerischen Arbeiten, die im Kontext von urban interface realisiert werden, rufen den öffentlichen Raum als zugänglichen und gestaltbaren Handlungsraum ins Bewusstsein und zeigen auf, dass ein verantwortungsvoller Umgang mit dem Privatraum nötig ist.

Die Kunstprojekte werden von den eingeladenen Künstlern für ausgesuchte Orte in der Stadt konzipiert. Realisiert werden die künstlerischen Arbeiten wenn möglich in Kooperation mit „Hosts”, welche die Kunst aus ihrem Privatraum heraus in den öffentlichen Raum hinein kommunizieren. Hosts sind sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen. Das Private wird öffentlich und das Öffentliche privat. Kunstraum vermischt sich mit Stadtraum.

Die Untersuchung des Bedeutungswandels von öffentlichem und privatem Raum erfolgt im Rahmen der künstlerischen Arbeiten, die zu Kristallisationspunkten werden. Die immaterielle und digitale Natur sowie die Ansiedlung einiger Arbeiten an der oft schwer zu definierenden Schnittstelle zwischen Öffentlichem und Privatem stellen Künstler, Organisatoren, Rezipienten und Behörden vor Herausforderungen. Auch hinterfragt und erweitert der temporäre und performative Charakter eines Teils der Werke das Format „Ausstellung“ im öffentlichen Raum.

Um die gesammelten Informationen und Erfahrungen öffentlich zugänglich zu machen, dokumentiert die Website als zentrale Publikation den Prozess der Projektentwicklung sowie die realisierte Ausstellung. Wichtige Abläufe zwischen Künstlern, Sponsoren, den städtischen Genehmigungsstellen und dem uib team werden auf ihr veröffentlicht. Sie bildet so eine parallele, kommunikative Schnittstelle zwischen Öffentlichem und Privatem, zwischen Theorie und Praxis.

Weitergeführt wird die kritische Reflektion auf das Thema auch in Diskussions- und Präsentationsveranstaltungen, welche die Ausstellungen in Berlin und Oslo begleiten.

urban interface ist eine Projektserie von Susanne Jaschko.

urban interface | berlin

urban interface | berlin zeigt vom 15. April bis zum 6. Mai acht neue künstlerische Arbeiten in einem vorher als Ausstellungsraum definierten Abschnitt der Stadtteile Mitte, Wedding und Gesundbrunnen.

Die Stadt Berlin ist Interface, sozialer Handlungsraum und kulturelle Vielheit. Besonders in Berlin verbinden sich Metropole und Großstadtgefühl mit der Privatheit und Kleinteiligkeit der Kieze. Diese urbane Qualität bemerken vor allem die Zugezogenen, die Berlin als „accessible“, also zugänglich und offen beschreiben. Denn Berlin bietet noch immer Zwischenräume, in die man sich finden und einfügen kann: Sowohl im gesellschaftlichen Raum, der nach der Vereinigung und Ernennung zur Hauptsstadt an Vielfalt gewonnen hat, als auch im physischen, geografischen Raum, der mit seinen Leerstellen und Übergängen viel Platz für künstlerisches und gestalterisches Experiment stellt.

Doch mancherorts bilden sich kulturelle Konzentrationen heraus, die nicht unproblematisch sind. So wuchs Mitte als Stadtteil zu einem auf den ersten Blick aufgeräumten Kunst- und Kommerzbezirk, in dem sich Geschäfte bekannter Modemarken und etablierte Galerien nieder ließen. Mieten schossen ebenso in die Höhe wie so manch schlechte Architektur. Die Nachbarbezirke Wedding und Gesundbrunnen hingegen entwickeln sich mit einer hohen Ausländer- und Arbeitslosenquote an einigen Stellen zum sozialen und kulturellen Brennpunkt. Diese „Parallelräume“, die sich in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander befinden und durch den Mauerstreifen getrennt und verbunden sind, sollten sich nicht weiter schließen, sondern in Zukunft permeabler werden.

Das Projekt schlägt bewusst eine Brücke vom „Kunst-Bezirk” Mitte über den Mauerstreifen in den Wedding und Gesundbrunnen hinein. Es bringt die Kunstprojekte in den unmittelbaren Lebensraum der Bewohner und lässt sie partizipieren. Das Ausstellungsprojekt wirkt an Nicht-Orten, in Nischen und Übergangsräumen zwischen dem Privaten und Öffentlichen. Diese Orte, bislang „Voids“ auf der kulturellen Karte der Stadt, werden temporär gefüllt. Sie treten unvermittelt in Kommunikation mit den Passanten und fordern sie auf, sich mit ihrer alltäglichen räumlichen Umgebung und darüber hinaus mit dem Wandel von Privatheit und Öffentlichkeit auseinanderzusetzen.

urban interface | berlin wird getragen vom art+com projekt für rechnergestütztes gestalten und darstellen e.v. und gefördert vom Hauptstadtkulturfonds u.a.
www.urban-interface.net

urban interface | oslo

Im September 2007 wird die Projektreihe in Oslo, Norwegen weitergeführt. Dort werden mindestens sechs neue Arbeiten im Rahmen der Ausstellung realisiert. Auch wird es eine Konferenz zum Thema geben. urban interface | oslo wird getragen und produziert vom Atelier Nord.
www.anart.no

 

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